Slack in der Unternehmenskommunikation und im Betriebsrat

slack logo color Das StartUp „Slack“ (www.slack.com) vom ehemaligen Gründer des beliebten Bilderdienstes Flickr Stewart Butterfield ist gerade mal ein Jahr alt, Slack ging am 12. Februar 2014 online, und wird bereits mit einem Marktwert von über einer Milliarde $ gehandelt. Das Unternehmen wächst aktuell jede Woche um rund 5% und hat auch den deutschen Markt längst erreicht. Es wird als am schnellsten wachsendes StartUp aller Zeiten eingestuft. Zeit sich den SaaS (Software as a Service) das Tool einmal genauer anzuschauen.

Direkte Kommunikation ersetzt eMail

Was ist Slack und warum wird es die Unternehmenskommunikation nachhaltig verändern?

Mit der Einführung der eMail in der Unternehmenskommunkation entstand mit der Zeit das, was wir heute als „Informationsüberflutung“ kennen. Neben den unsachgemäßen Nutzung innerhalb des Betriebes, ergänzen Mails von extern, wie Kundenmails, Werbung, Newsletter das Chaos im eigenen Posteingang. Hier kann Slack Abhilfe schaffen. Denn ungewünschte externe Einflussfaktoren können weitgehend eliminiert werden. Und auch das Format und die Oberfläche vereinfacht das Lesen und Folgen von Themen wesentlich.

Nicht umsont wird Slack von Investoren so hoch gehandelt. Die Nutzerzahlen sprechen zusätzlich eine klare Sprache. Der Erfolg von WhatApp im privaten Bereich zeigt zudem den Wandel in der Art, wie heute kommuniziert wird auf. Einzig der Businessbereich blieb dieser Wandel bislang weitgehend aus. Aber genau hier setzt Slack an.

So funktioniert Slack

Slack funktioniert wie ein Kurznachrichtendienst. Allerdings kommt Slack sehr organisiert und aufgeräumt daher. Eine intuitiv zu bedienende Oberfläche kombiniert mit einer klaren Struktur machen den Einstieg sehr einfach. Die Bedienung erfolgt über den Browser. Es ist keine Installation notwendig, da es sich um einen webbasierenden Service handelt.

Slack gibt es auch als App, so ist auch eine komfortable Nutzung auf dem Tablet oder dem Smartphone möglich.

Slack unterscheidet zwischen öffentlichen Kanälen und Gruppen, in die eingeladen wird, um teaminterne Themen zu diskutieren. Jedes Teammitglied kann auch direkt kontaktiert werden, so daß auch Unterhaltungen untereinander jenseits der Gruppen möglich sind.

Slack archiviert die Nachrichten automatisch. Eine Dateiablage sammelt alle hochgeladenen Daten. Wird man in einer Diskussion erwähnt, kann man diese Erwähnungen in einer separaten Übersicht einsehen. Die Navigation zwischen den einzelnen Kanälen, Gruppen und Aktivitätsübersichten erleichtert es den schnellen Überblick über Themen und aktuellen Beiträgen zu behalten.

Slack vereinfacht die Gruppenorganisation und- kommunikation, ein Defizit, das fast alle Kurznachrichtendienste haben.

Mit Slack wird das auch Versenden von Mails in vielen Fällen schlichtweg überflüssig. Themen können in Diskussionsfäden gut organisiert besprochen werden. Individuelle Kommunikation mit einzelnen Teilnehmern ist ebenso leicht und schnell möglich. Dabei ist Slack einfacher als die klassische Mail und dazu schneller und direkter.

Zusätzlich bietet Slack die Integration von rund 40 anderen Diensten an. Dropbox, GoogleDrive, MailChimp, Trello, Twitter & Co. können nahtlos aus Slack angesteuert werden.

Und Slack ist kostenlos in der Basisversion, so daß die Einstiegshürde sehr gering ist.

Im Grunde also ein Tool, das hervorragend das Kommunikationsverhalten der heutigen Zeit abbildet.

Wie werden die Daten geschützt?

Dannoch gibt es einige Punkte, die man bei der Nutzung bedenken sollte. Slack verschlüsselt zwar die Übertragung, schweigt aber bei dem Thema Speicherung. Slack nutzt Amazon Web Services zur Speicherung der Daten. Wie die Daten dort vor externen Zugriffen geschützt sind, wird nicht erwähnt. Meines Erachtens reicht es nicht aus, seine Kunden einfach auf einen Drittanbieter zu verweisen. Spätestens nach der NSA Affäre sollte hier mehr Transparenz an den Tag gelegt werden und vor allem eine dizidierte Stellungnahme zur Verschlüsselung. Ob die Daten auf den Servern verschlüsselt sind, erfährt man nicht (auch nicht, wenn man sich durch den Wust an englischsprachigen Produktinformationen bei amazon durchkämpft).

Slack als Kommunikationsinstrument im Betrieb

Spätestens bei der Einführung von Slack im Betrieb sollte der Betriebsrat aufhorchen. In den USA gehört dem Unternehmen sämtliche Kommunikation am Arbeitsplatz. Das akzeptiert und unterstützt Slack. Das ist ein wesentlicher Unterschied zum europäischen Rechtsverständnis. Hier dürfen eMail Postfächer nur aus wichtigem Grund geöffnet werden. Seit Anfang 2015 hat Slack den Compliance Export eingeführt, nachdem ein Admin (Unternehmen) den Export der kompletten Teamkommunikation beantragen kann. Der Antrag führt zwar durch mehrere Schritte, bei Annahme des Antrages erhält der Admin dann aber eine Datei mit dem gesamten Inhalt der Kommunikation aller Mitglieder.

Eine aus meiner Sicht bedenkliche Praxis. Denn ist die private Internetnutzung am Arbeitsplatz erlaubt, darf der Arbeitgeber diese nicht überwachen. Auch die offenere Art der Kommunikation, die weg vom One-to-One hin zum One-to-Many tendiert, eröffnet neue Möglichkeiten der Überwachung und Beurteilung durch den Arbeitgeber. Hier ergibt sich auf jeden Fall Regelungsbedarf.

Slack als Kommunikationsinstrument im Gremium

Mit Slack ist ein Effizienzgewinn zu erreichen, das erfahre ich aktuell selbst. Daher kann unter bestimmten Umständen der Einsatz von Slack im Gremium sinnvoll sein. Dieser sollte allerdings vorab geprüft und geregelt geschehen. Slack ist ein interessantes Instrument, das sich jedes Gremium einmal eingesehen haben sollte, vor allem wenn

  • alle Mitglieder des Gremiums Erfahrung mit Kurznachrichtendiensten haben,
  • alle über ein Smartphone verfügen,
  • es Kommunikationsrichtlinien gibt, an die sich jeder hält.

Wichtig ist vor allem aber auch das Wissen um die Thematik, denn eines scheint mir sicher:

Die Tage der eMail sind gezählt.

Und irgendein Ersatz wird dann Einzug halten. Da heisst es, wachsam bleiben.

Zum Abschluss noch eine Infografik, die Slack zum Einjährigen veröffentlicht hat. Imposante Zahlen:

slack-1year-Feb12-momentuminfographic

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Seit der Jugend begeistert von IT & Internet. Seit der Ausbildung gefangen von den Themen Kommunikation & Marketing. Seit dem ersten StartUp fasziniert von Businessplänen und "Killerapplikationen". Familienmensch. Im Geiste Unternehmer mit Herz für Demokratie und Mitbestimmung. Zwiegespalten? Nie! :D

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6 Kommentare zu “Slack in der Unternehmenskommunikation und im Betriebsrat
  1. Anke M. sagt:

    Hallo Marcel,

    als sichere Alternative würde ich dir Stackfield.com aus München empfehlen. Datenspeicherung in Deutschland und Ende-zu-Ende Verschlüsselung.

    Grüße Anke

    • Hallo Anke, Stackfield ist in Sachen Projektmanagement aus den von Dir genannten Gründen sicher weit vorn. Allerdings kann man Stackfield nicht mit Slack vergleichen, da Slack eher als Instant Messaging Tool einzustufen ist. Und in Sachen IM kann Stackfield mit Slack nicht mithalten. Noch nicht zumindest. Wir sind ja alle gespannt, was die App, auf die wir schon lange warten, mit sich bringt.

  2. lkjk sagt:

    > Die Tage der eMail sind gezählt.
    Habe herzlich gelacht – das liest man schon seit 20 Jahren

  3. Hallo, schauen Sie sich doch mal Speakap an. Server in Europa zertifiziert nach DIN 27001, 256 bit end to end Verschlüsselung. Private Messages sind nicht einsehbar. Funktionalität stark orientiert an Facebook, whatsapp und Dropbox in einer natvive App. Unternehmenstruktur und Userrechte und Rollenkonzept.

    • Interessant wären transparente Informationen zum Preismodell. Können Sie uns hier mehr verraten? Es wäre schön wenn wir hier schon ein paar Eckdaten hätten, ohne dass sich nun jeder bei Ihnen erst anmelden muss.
      Vielen Dank für Ihre Bemühungen und Herzliche Grüße

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