Kommunikationsinstrumente für die Betriebsratsarbeit

Im Folgenden stelle ich eine Reihe von Instrumenten vor, die Ihnen das Arbeiten erleichtern können. Ich erkäre Ihnen die einzelnen Instrumente kurz und beschreibe Vor- und Nachteile.

Soziale Netzwerke

Spätestens seit dem arabischen Frühling hat auch die letzte Führungspersönlichkeit verstanden, dass Social Media nicht nur ein Spielzeug Handyverliebter Mobile-Nerds ist. Über die sozialen Netzwerke vernetzen sich Menschen, sie kommunizieren, organisieren, teilen, kommentieren und bringen damit ganze Massen in Bewegung. Und das alles in einer noch nie da gewesenen Geschwindigkeit. Die sozialen Medien gilt es daher nicht zu verteufeln, sondern zu verstehen und zu erkennen worin Ihre Gefahren und Chancen liegen. Gezielte, strategische Nutzung kann viele Vorteile mit sich bringen. Vor allem aber besteht in der Nutzung für Betriebs- und Personalräte die Chance in der Kommunikation wieder auf Augenhöhe mit der Arbeitgeberseite zu gelangen.

Facebook

www.facebook.com

Facebook ist DAS soziale Netzwerk. Kein anderes Netzwerk verfügt über eine derart hohe Reichweite (über 1 Milliarde weltweit, rund 28 Millionen in Deutschland).
Die Chance bei der Nutzung liegt klar in der Mobilisierung und dauerhaften Bindung sowie Erreichbarkeit der Arbeitnehmer.

Vorteile:

  • Hohe Reichweite
  • viele Zusatzfunktionen, wie Abstimmungen, Gruppen, Benachrichtigungsfunktionen, Veranstaltungen, Chat
  • Entgegen der weitläufigen Meinung mit wenig Aufwang zu betreuen
  • Kostenlos
  • Geringer Einrichtungsaufwand

Nachteile:

  • Arbeitnehmer mit „unsicherem“ Umgang könnten sich selbst schaden, da oft vergessen wird, dass der Arbeitgeber Vieles mitlesen kann.

Twitter

www.twitter.com

Twitter ist mit großem Abstand zu Facebook das zweitgrößte soziale Netzwerk der Welt mit 270 Millionen aktiven Nutzern weltweit und ca.3,8 Millionen in Deutschland.
Twitter ist schnell und rasch überschaubar. Der Vorteil in der Nutzung für die Arbeit in der betrieblichen Mitbestimmung liegt in der raschen Verteilung von Informationen und in der ebenso raschen Aufnahmemöglichkeit.

Vorteile:

  • Extrem schnell
  • Mit wenig Aufwang zu betreuen
  • Kostenlos
  • Geringer Einrichtungsaufwand

Nachteile:

  • Arbeitnehmer mit „unsicherem“ Umgang könnten sich selbst schaden, da oft vergessen wird, dass der Arbeitgeber Vieles mitlesen kann.

Kurznachrichtendienste

Warum zähle ich hier Kurznachrichtendienste auf? Ich bin der Überzeugung, dass es für die tägliche Arbeit unabdingbar ist, schnell und direkt erreichbar zu sein. Ich kenne die Argumente, die die typischen „Verweigerer“ ins Feld führen: Erreichbarkeitswahn, man wird ständig belästigt, der gegenüber erwartet umgehende Antwort. Aber das sind Scheinargumente, die sich umgehend auflösen, sobald man anfängt diese Dienste professionell zu nutzen. Es zeigt sich rasch, dass niemand umgehend Antwort erwartet, oder der Dienst belästigend wirkt. Für umgehende Antworten gibt es immer noch das Telefonat und Benachrichtigungen lassen sich auch in den Einstellungen Abschalten. Man antwortet eben, wenn man Zeit hat. Und man verbindet sich, mit denjenigen, mit denen man sich verbinden möchte. Und schon wird aus einem Kurznachrichtendienst ein Gewinn für die Kommunikation.

Gut aufgestellte Gremien haben ohnehin einen Ansprechpartner, der  bestimmte Kanäle betreut. Ein solcher Kanal kann ein Kurznachrichtendienst sein, über den Mitarbeiter rasch und direkt Ihren Betriebsrat erreichen können. Wenn die Welt Kurznachrichtendienste nutzt, aus welchem Grund sollte ein Betriebsrat das dann nicht auch tun? Er sollte es tun, um sich offen, transparant und zeitgemäß zu präsentieren. Geschwindigkeit kann zudem entscheidend sein. Da moderne Dienste sogar die Übermittlung von Fotos und Dateien erlauben, können so auch wichtige Anhänge schneller Ihre Empfänger erreichen.

Hat ein Betriebsrat einmal die Mitarbeiter über diesen Kanal in der Ansprache ist es zudem ein Leichtes, diese auch für eigene Informationen und Belange zu erreichen.

WhatsApp

www.whatsapp.com

WhatsApp ist der am weitesten verbreiteten Kurznachrichtendienste der Welt. Das rasante Wachstum des Dienstes geht darauf zurück, dass er einst angetreten ist, der klassischen SMS das Fürchten zu lehren. Mit Erfolg, denn der kostenlose Kurznachrichtendienst hat quasi „über Nacht“ die Smartphones der Benutzer erobert. Die SMS hat damit quasi ausgedient.

Vorteile:

  • Extrem hoher Verbreitungsgrad
  • Kostenlos
  • Geringer Einrichtungsaufwand
  • Leicht zu bedienen

Nachteile:

  • WhatApp bietet lediglich bei der Übertragung eine Verschlüsselung an. Die Daten selbst auf den Servern oder dem Client sind unverschlüsselt.
  • Serverstandort ausserhalb der EU bzw. DE

Threema

www.threema.ch

Threema ist die meistverkaufte App im AppStore 2014. Das Verlangen nach verschlüsselter Kommunikation und wächst nach dem NSA Skandal. Threema ist ein Kurznachrichtendienst, der sämtliche Daten sowohl client- als auch serverseitig verschlüsselt. Besser noch: Ganz dem Grundsatz der Datenvermeidung folgend speichert Threema im Gegensatz zu WhatsApp keine Nachrichten auf dem Server, sondern löscht diese umgehend nach Versand an den Empfänger. Die Übertragung ist dabei zusätzlich verschlüsselt.

Vorteile:

  • Eines der sichersten Kommunikationstools am Markt
  • Server speichert keine Nachrichten oder Daten
  • Firma sitzt in der Schweiz
  • Leicht zu bedienen

Nachteile:

  • Verbreitungsgrad gering
  • Kosten: 1,99 €

Terminkoordination

Doodle

www.doodle.com

Terminkoordination wird mit Doodle zum Kinderspiel. Doodle erfasst die Verfügbarkeiten Ihrer Terminteilnehmer und zeigt Ihnen zu welchem Termin die meisten Teilnehmer Zeit haben.

Doodle ist kostenlos und in wenigen Minuten eingerichtet. Als Admin der Veranstaltung können Sie den Termin jederzeit editieren. Eine Benachrichtigungsfunktion gibt Rückmeldung zum Anmeldestatus. Doodle gibt es auch als App für Ihr Smartphone. Damit ist die Terminkoordination von unterwegs nun auch möglich.

Wir werden diese Liste regelmäßig erweitern sobald wir die Dienste auf Anwendbarkeit für die Arbeit von Personal- und Betriebsräten geprüft haben.

 

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